Atomstack A5 im Test: Lasergravierer für zu Hause | TechStage

2021-11-16 22:24:37 By : Ms. Faith Luo

Geräte zur Lasergravur sind bereits für unter 250 Euro erhältlich. TechStage hat das Modell Atomstack A5 mit einer großen Arbeitsfläche von 41 × 40 cm getestet.

Neben 3D-Druckern, Schneideplottern und CNC-Fräsmaschinen sind Lasergravurgeräte mittlerweile in für Privatanwender äußerst interessanten Preisregionen angekommen. Mit den Lasern können Texte oder Grafiken in verschiedene Materialien wie Holz, Bambus, Kork, Leder oder auch Spiegel eingebrannt werden. Die Kraft der einfachen Geräte reicht aus, um manche Materialien wie Karton oder Moosgummi präzise zu schneiden. Das Problem bei solchen Einstiegsgeräten, wie dem bereits getesteten Laser Pecker (Testbericht), ist die oft relativ kleine Arbeitsfläche.

Allerdings sind die Laser für die Augen nicht gerade ungefährlich, weshalb Sie bei der Benutzung immer eine Schutzbrille tragen sollten. Teure Modelle verfügen zudem über einen geschlossenen Einbauraum, der vor dem Laserlicht schützt – aber in der Einstiegsklasse mit großer Arbeitsfläche sucht man so ein Gehäuse vergeblich. Immerhin kommt der A5 mit einem Gerät, das das Licht filtert und somit das Risiko minimiert.

Mit einem Preis von 220 bis 250 Euro gehört das A5 von Atomstack zu den Mittelpreisgeräten für den Heimgebrauch. Im Vergleich zu den günstigsten Modellen um 100 Euro ist die Arbeitsfläche deutlich größer. Die Maschine ermöglicht Gravuren mit einer maximalen Größe von 410 × 400 mm. Zum Vergleich: Der Laser Pecker schafft 100 × 100 mm, der Neje KZ nur 38 × 38 mm.

Laut Hersteller verfügt unser Testgerät über einen 20 Watt Laser. Die Aussage ist jedoch irreführend. Ausschlaggebend für die Leistung des Lasers ist die Ausgangsleistung des Lasers, die bei einer Wellenlänge von 455 nm nur 4,5 bis 5 Watt beträgt. Im Vergleich zu den 1,6 Watt des Laser Pecker ist das immer noch ordentlich.

Die Funktionsweise des A5 ist schnell erklärt. Der Rahmen des Gerätes ist auch die Y-Achse, auf der sich die X-Achse hin und her bewegt. Der Laserkopf ist an der X-Achse befestigt und führt darauf die seitlichen Bewegungen aus. Da es sich um einen Fixfokus-Laser handelt, muss der Abstand zum Werkstück angepasst werden. Dazu lösen wir zwei Schrauben an der Laserhalterung und können diese nun einige Zentimeter nach oben und unten verschieben. Für den idealen Abstand zur Oberfläche hat Atomstack als Abstandshalter eine Plexiglasplatte beigelegt. Passt es noch genau zwischen Laser und Werkstück, fixieren wir die Halterung und können loslegen. Auch wenn die Fokussierung unkompliziert ist – eine mit nur einer Schraube verschiebbare Z-Achse wäre deutlich komfortabler gewesen. Noch schöner wäre eine motorisierte Z-Achse mit einem Abstandssensor, der den Abstand automatisch anpasst. Nachrüstbare Z-Achsen sind beispielsweise bei Amazon erhältlich.

Der A5 hat keine automatischen Endanschläge. Das ist schade, denn am Anfang gibt es leichte Probleme mit der Positionierung des Druckkopfes, da dieser seinen Startpunkt nicht automatisch bestimmen kann. Beim Einschalten sollte sich das Lasermodul immer in der vorderen linken Ecke befinden, da die Maschine diese Koordinaten als Nullpunkt definiert. Ist dies nicht der Fall, muss der Nullpunkt in der Software neu definiert werden, sonst besteht die Gefahr, dass der Laserkopf versehentlich auf den Rahmen trifft. Das ist umständlich und kann unter Umständen sogar gefährlich werden. Hier hätten wir uns eine praktischere Lösung gewünscht.

Der A5 kommt passend verpackt an. Im Inneren befinden sich die Einzelteile des Rahmens inklusive Schrauben und Werkzeug, der vormontierte Laserkopf, ein USB-Kabel, einige Musterstücke zum Gravieren und die Anleitung. Die Einzelteile sind alle sauber verarbeitet. Schrauben, Löcher und Werkzeuge machen einen wertigen Eindruck.

Die gesamte Montage des Lasergravierers dauert nur 10 Minuten. Die Anleitung einschließlich der Abbildungen ist beispielhaft. Die Schrauben werden sogar nach einzelnen Schritten zusammengepackt, so dass die Montage auch für absolute Laien völlig problemlos ist. Bisher sind wir schon begeistert – bei diesem unproblematischen Aufbau und der guten schriftlichen Dokumentation könnten manche 3D-Drucker-Hersteller noch einiges lernen.

Nach dem Bau suchen wir zunächst eine freie Stelle im Untergeschoss. Dieser sollte ausreichend Platz bieten und über eine Belüftungsmöglichkeit verfügen. Wenn Sie Haustiere oder Kinder zu Hause haben, sollten Sie außerdem sicherstellen, dass diese während des Betriebs keinen Zugang zum Laser haben.

Ein darunterliegendes Holzbrett schützt nicht nur den Boden oder die Tischplatte, sondern dient auch als Positionierungshilfe. Vor der Gravur ziehen wir um unser Motiv einen passgenauen Rahmen und brennen ihn in die Holzplatte ein. So sehen wir, wo genau wir unser eigentliches Werkstück platzieren müssen.

Die vom Hersteller vor allem empfohlene Software ist die Freeware LaserGRBL. Das funktioniert, aber wir finden es relativ unübersichtlich, umständlich und nicht sehr intuitiv. Als Alternative verwenden wir daher die vom Hersteller auch benannte Software namens Lightburn. Das Programm kostet knapp 40 Euro, kann aber als kostenlose Testversion 30 Tage lang genutzt werden. Wer sich für einen Lasergravierer entscheidet, sollte dieses Budget zusätzlich einplanen. Aus unserer Sicht lohnt sich die Investition.

Nach dem Starten der Software und einmaligem Einrichten des angeschlossenen Lasers zeigt Lightburn die Arbeitsfläche des Gravierers. Anschließend erfolgt der Import der gewünschten Vorlage, einer Pixel- oder Vektorgrafik und die Anpassung von Größe und Position. Neben JPEG, TIFF oder DXF unterstützt die Software auch zahlreiche weitere Formate. Wir setzen nun einen Rahmen um das Objekt und passen die Einstellungen für Geschwindigkeit und Laserleistung an. Im ersten Schritt stellen wir nur den Rahmen aus und brennen ihn in unseren Sockel ein, um die genaue Position der Gravur zu bestimmen. Dann positionieren wir das eigentliche Werkstück und geben im zweiten Schritt das gewünschte Motiv aus.

Der Laser scannt nun das Motiv und brennt es in die darunter liegende Fläche ein. Der Laser ändert Geschwindigkeit und Leistung, um Graustufen anzuzeigen. Das Ergebnis sind unterschiedlich stark eingebrannte Bereiche, die je nach Material mehr oder weniger differenziert werden können. Während kleine Schriftzüge nach wenigen Minuten fertig sind, brauchen größere Werkstücke deutlich länger. Wie lange der gesamte Vorgang dauert, kann in Lightburn eingesehen werden.

Der Atomstack A5 ist für Anwender mit Erfahrung im 3D-Druck und Anwender mit technischem Grundverständnis einfach zu bedienen. Zu Beginn des Tests hatten wir nur Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit von Schutzbrillen und Sichtschutz. Da sich unser Graveur am Boden befindet, leistet der angebrachte Sichtschutz alleine gute Dienste. Wäre der Laser auf einem Tisch, wäre der Winkel anders und der Sichtschutz wäre weitgehend unbrauchbar. Mit aufgesetzter Brille haben wir ein gutes Gefühl und konnten dem Laser minutenlang bei der Arbeit zusehen, ohne negative Auswirkungen zu spüren. Kopfschmerzen, brennende Augen wären Hinweise auf mögliche Schäden, auch wenn Sie nicht direkt in den Laser blicken. Hier ist wirklich Vorsicht geboten! Der Einsatz solcher Maschinen ist nicht ohne Risiko. Sie müssen selbst entscheiden, ob Sie dies tun möchten. Am sichersten wäre es, den Arbeitsprozess einfach mit einer Kamera zu beobachten.

Schon die ersten Testfahrten mit dem A5 zauberten uns ein breites Grinsen ins Gesicht. Der Laser macht einen wirklich guten Job. Konturen und Details werden scharf und deutlich in das Holz eingebrannt. Kontraste und Grautöne sind auf dem 4 mm Bastelholz aus dem Baumarkt sehr gut zu erkennen. Wir arbeiten hier mit einer Geschwindigkeit von 3000 mm/min und 70 Prozent Leistung und sind bisher rundum zufrieden. Der Versuch, eine Form aus dem Holz herauszuschneiden (bei 1000 mm/min und 100 Prozent Leistung) scheitert jedoch trotz sechsmaligem Scannen des Rahmens. Der Laser ist hier einfach nicht stark genug. Versuche mit dem beiliegenden Musterholz (2 mm dick) arbeiten jedoch mit den genannten Einstellungen. So wurde beispielsweise das TechStage-Logo problemlos ausgeschnitten. Nach insgesamt 6 Durchgängen waren jedoch nur zwischen 80 und 90 Prozent des Holzes, das Sie mit dem gleichen Material hergestellt haben, durchgeschnitten. Hier wären noch zwei Wiederholungen nötig gewesen. Mit Hilfe eines Cuttermessers und etwas Kraft lässt sich der Star Wars Untersetzer dann ganz einfach ausbrechen. Allerdings sind die Kanten dann nicht perfekt. Für das Schneiden von Holz oder noch härterem Material reichen die 5 W Ausgangsleistung einfach nicht aus. Anders sieht es bei dünnem Karton oder Filz aus, allerdings sind für jedes Material Tests nötig, um gute Einstellungen zu ermitteln. Andernfalls ist der Laser entweder zu schwach oder die Kanten verbrennen. Auch die tatsächliche Oberfläche hat einen großen Einfluss auf die Endqualität. Auf der Gravur eines Frühstücksbrettchens aus Bambus sind die Fasern deutlich sichtbar, was sich letztendlich auf die Schärfe des Motivs auswirkt.

Wir gravieren die im Test verwendete Spiegelkachel spiegelverkehrt von hinten und verwenden die Einstellungen der Holzgravur. Das funktioniert auch sehr gut, aber es riecht nach verbranntem Plastik. Der A5 verbrennt nicht nur die Spiegelfläche auf der Rückseite, sondern macht auch das Glas milchig. Der Spiegel ist an den gravierten Stellen transluzent und kann dann beispielsweise von hinten beleuchtet werden. Wer das nicht möchte, kann die gravierten Stellen auf der Rückseite mit Farbe oder Folie abdecken und so wieder blickdicht machen.

Auch das Gravieren von Leder oder Kunstleder funktioniert gut. Allerdings sind Rauch und Gerüche wirklich unangenehm. Hier sollte mit wenig Kraft gearbeitet werden, um das Material nicht zu verbrennen. Während der Versuch mit einer Smartphone-Hülle noch in Ordnung aussieht, hat sich das lose Lederstück beim Gravieren heftig verzogen. Für ein gutes Ergebnis müsste das Material auf ein Stück Holz gespannt werden. Viel besser ist es, eine Kopfhörerbox aus Kunstleder zu gravieren. Hier hatten wir die Leistung auf 35 Prozent begrenzt.

Wenn Sie der mitgelieferten Brille nicht vertrauen, können Sie Schutzbrillen auch einzeln passend zur Wellenlänge kaufen. Mittelfristig würden wir noch eine Box als Sichtschutz machen. Dies würde das Risiko für Haustiere und Familienmitglieder verringern und würde die Installation einer effektiven Abgasanlage ermöglichen. Auch wenn der Laser nur dünne Schichten der Oberfläche abträgt, werden diese dennoch verbrannt und dabei entstehen Rauch und Geruch. Beim Gravieren von Holz erzeugt eine schlechte Belüftung einen dicken blauen Dunst und den Geruch eines Lagerfeuers. Das mag für den einen oder anderen recht romantisch klingen, aber der Spaß hört auf, wenn es um die Verarbeitung von Kunststoff oder Leder geht. Wer keine neblige und stinkende Kabine will, muss das Fenster öffnen oder besser noch eine Absauganlage installieren, um kreischende Feuermelder und Gesundheitsgefahren zu vermeiden.

Der Atomstack A5 überrascht mit einem einfachen Aufbau und tollen Ergebnissen. Auch der Laser Pecker (Testbericht) hat uns begeistert, aber sein kleiner Arbeitsbereich störte. Mit 410 × 400 mm bietet der A5 endlich genügend Platz und arbeitet zudem schnell und komfortabel. Mit dem A5 bekommen Heimwerker für knapp 220 Euro ein ungewöhnliches, faszinierendes und zugleich praktisches Werkzeug für den Hobbyraum.

Alles in allem macht der Laser einen angenehm guten Job. Zum Schneiden ist es nur bedingt geeignet, aber zum Gravieren von Holz, Kunststoff, Pappe, Kork, Leder oder Moosgummi ist das Gerät gut gerüstet. In der Praxis stören uns lediglich der nicht durch Endschalter markierte Nullpunkt, die zu aufwendige Justage der Z-Achse und das nicht geschlossene Gehäuse.

Wenn Sie mit Holz arbeiten möchten, sollten Sie sich auch unseren Ratgeber zu Sägen und Schleifern ansehen.

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